Solarpanel-Rechner: Wie viel Solarleistung brauche ich für Van Life?
Fragst du dich, ob 200W Solar für deinen Van reichen? Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deinen Bedarf berechnest - keine verwirrenden Formeln, nur Praxisbeispiele aus echten Van-Ausbauten.
Eine der häufigsten Fragen von Van-Lifern und Camper-Bauern ist: "Wie viele Solarpanels brauche ich?" Die Antwort hängt von deinem spezifischen Stromverbrauch, deinen Reisegewohnheiten und deinem Budget ab.
Die Schnellformel: Nimm deine täglichen Wattstunden (typisch 600-1500Wh für Van Life), multipliziere mit 1,5 für Verluste und teile durch die Sonnenstunden deines Standorts (3-5 Stunden). Die meisten Vans brauchen 300-600W Solar. Ein 400W-Setup mit 200Ah Batterien deckt 90% der Van-Life-Bedürfnisse perfekt ab.
Schritt 1: Täglichen Stromverbrauch berechnen
Bevor du deine Solarpanels dimensionierst, musst du verstehen, wie viel Strom du tatsächlich verbrauchst. Erstelle eine Liste aller elektrischen Geräte und schätze den täglichen Verbrauch. Sei dabei ehrlich mit dir selbst -- die meisten Leute unterschätzen ihren Verbrauch, und das führt früher oder später zu Frust.
Typische Stromverbraucher beim Van Life
Beleuchtung (LED)
- Innenbeleuchtung: 2-5 Watt pro Leuchte, 4-6 Stunden täglich = 8-30 Wattstunden
- Aussenbeleuchtung: 10-20 Watt, 2-3 Stunden = 20-60 Wattstunden
Elektronik
- Laptop: 45-65 Watt, 4-6 Stunden = 180-390 Wattstunden
- Handy laden: 10-15 Watt, 2-3 Stunden = 20-45 Wattstunden
- Tablet: 10-15 Watt, 2-4 Stunden = 20-60 Wattstunden
- USB-Steckdosen (Leerlaufverbrauch bei angeschlossenen Geräten): 5-10 Watt, 8-10 Stunden = 40-100 Wattstunden
Geräte
- 12V Kompressor-Kühlschrank: 40-60 Watt, 8-12 Stunden = 320-720 Wattstunden
- Wasserpumpe: 30-60 Watt, 0,5-1 Stunde = 15-60 Wattstunden
- Dachlüfter (MaxxFan, Fiamma): 20-40 Watt, 4-8 Stunden = 80-320 Wattstunden
- Dieselheizung (Webasto, Espar, China-Heizungen): 10-30 Watt, 8-12 Stunden = 80-360 Wattstunden
- Mobiler Router oder Hotspot: 5-15 Watt, 12-24 Stunden = 60-360 Wattstunden
- Kamera-/Sicherheitssystem: 5-10 Watt, 24 Stunden = 120-240 Wattstunden
Grossverbraucher (falls zutreffend)
- Externer Monitor: 20-40 Watt, 4-6 Stunden = 80-240 Wattstunden
- Induktionskochfeld: 1.000-1.800 Watt, 0,5-1 Stunde = 500-1.800 Wattstunden (benötigt Wechselrichter, allein mit Solar meist unpraktisch)
- Föhne: 1.000-2.000 Watt, 0,1-0,2 Stunden = 100-400 Wattstunden
- Wasserkocher: 1.000-1.500 Watt, 0,1 Stunden = 100-150 Wattstunden
Ein paar Anmerkungen zu Grossverbrauchern: Induktionskochfelder, Föhne und Wasserkocher ziehen enorme Leistung über einen Wechselrichter. Wenn du diese Geräte regelmäßig nutzen willst, brauchst du ein deutlich größeres Solar- und Batterie-Setup, oder du musst mit Landstrom oder einem Generator ergänzen. Die meisten Van-Lifer kochen stattdessen mit Gas.
Beispiel Tagesverbrauch: 650-1.500 Wattstunden für ein typisches Setup ohne schwere Wechselrichter-Lasten.
Schritt 2: Systemverluste berücksichtigen
Solaranlagen sind nicht 100% effizient. Berücksichtige diese Verluste:
- Laderegler-Effizienz: 85-95%
- Batterie-Effizienz: 85-90%
- Kabelverluste: 5-10%
- Gesamte Systemeffizienz: ~75-80%
Formel: Tagesverbrauch / 0,8 = Benötigte Solarerzeugung
Wenn du 1.000 Wattstunden täglich brauchst, benötigst du ungefähr 1.250 Wattstunden Solarerzeugung.
Schritt 3: Benötigte Solarpanel-Leistung berechnen
Solarpanels produzieren nicht den ganzen Tag ihre Nennleistung. Unter guten Bedingungen rechne mit 4-6 Sonnenstunden täglich, je nach Standort und Jahreszeit.
Formel: Benötigte Erzeugung / Sonnenstunden = Benötigte Panel-Leistung
- Sonnige Standorte (Südspanien, Griechenland, Arizona): 5-7 Sonnenstunden
- Durchschnittliche Standorte (Mitteleuropa, größter Teil der USA): 4-5 Sonnenstunden
- Nördliche/bewölkte Gebiete (Großbritannien, Skandinavien, pazifischer Nordwesten): 2-4 Sonnenstunden
Beispiel: 1.250 Wattstunden / 5 Stunden = 250 Watt Solarpanels
Jahreszeitliche Schwankungen: Der Faktor, den die meisten ignorieren
Hier stolpern viele Erstbauer. Sie dimensionieren ihr System an einem sonnigen Sommertag und wundern sich dann, warum im November alles zusammenbricht.
Die Solarproduktion variiert dramatisch nach Jahreszeit und Breitengrad. Der Unterschied zwischen Sommer und Winter kann enorm sein, besonders in Nordeuropa.
Grobe Sonnenstunden-Schätzungen nach Jahreszeit
Südeuropa (Spanien, Südfrankreich, Italien, Griechenland)
- Sommer: 6-7 Sonnenstunden
- Winter: 3-4 Sonnenstunden
Mitteleuropa (Deutschland, Niederlande, Nordfrankreich)
- Sommer: 4-5 Sonnenstunden
- Winter: 1-2 Sonnenstunden
Nordeuropa und Großbritannien
- Sommer: 3-5 Sonnenstunden
- Winter: 0,5-1,5 Sonnenstunden
Südliche USA (Arizona, Texas, Florida)
- Sommer: 6-7 Sonnenstunden
- Winter: 4-5 Sonnenstunden
Nördliche USA und Kanada
- Sommer: 4-6 Sonnenstunden
- Winter: 2-3 Sonnenstunden
Was das in der Praxis bedeutet
Wenn du als Vollzeit-Reisender im Winter in Nordeuropa bleibst, liefert dein 400W-Solarsetup, das im Juni fröhlich 2.000Wh produziert hat, an einem grauen Dezembertag vielleicht nur noch 400-600Wh. Das ist ein massiver Einbruch.
Es gibt zwei praktische Ansätze für dieses Problem. Erstens kannst du dein Solar für den Winter überdimensionieren, was bedeutet, dass du im Sommer mehr Panels mitführst als nötig. Zweitens -- und das machen die meisten Vollzeit-Reisenden tatsächlich -- akzeptierst du, dass Solar allein deine Winterbedürfnisse nicht deckt, und ergänzt mit DC-DC-Ladung über die Lichtmaschine oder gelegentlichen Landstrom-Anschlüssen.
Wenn du hauptsächlich im Sommer reist oder im Winter der Sonne nach Süden folgst, kannst du dein System für durchschnittliche Bedingungen dimensionieren und bist bestens aufgestellt.
Panel-Platzierung und Neigung
Wie und wo du deine Panels montierst, ist fast genauso wichtig wie die Anzahl der Watt auf deinem Dach.
Flach montiert vs. geneigt
Die meisten Van-Ausbauten verwenden flach montierte Panels, die direkt auf das Dach geschraubt werden. Das ist der einfachste Ansatz: flaches Profil, kein Windwiderstand und nichts zum Verstellen. Der Nachteil ist, dass flache Panels 10-25% der möglichen Leistung verlieren im Vergleich zu Panels, die zur Sonne geneigt sind, besonders im Winter, wenn die Sonne tief am Horizont steht.
Neigbare Halterungen lösen dieses Problem, fügen aber Komplexität hinzu. Du musst anhalten, aufs Dach steigen (oder einen bodennahen Mechanismus verwenden) und den Winkel einstellen. Manche Leute bauen Scharnierhalterungen, mit denen sie Panels auf 20-30 Grad neigen können, was ein guter Kompromiss für die Winterproduktion ist.
Ost-West-Splitbefestigung
Ein interessanter Ansatz, der immer beliebter wird: Statt alle Panels nach Süden auszurichten, montierst du einige nach Osten und andere nach Westen. Du bekommst weniger Spitzenproduktion mittags, aber ein breiteres Produktionsfenster über die Morgen- und Abendstunden. Das kann in manchen Szenarien tatsächlich mehr Gesamtenergie pro Tag liefern, und es ist besonders nützlich, wenn du einen Kühlschrank betreibst, der den ganzen Tag Strom zieht.
Hindernisse auf dem Dach
Echte Van-Dächer sind keine sauberen, flachen Flächen. Klimaanlagen, Dachlüfter, Antennen, Dachträger und Dachfenster konkurrieren um den Platz. Jedes davon kann Schatten werfen, und selbst teilweise Verschattung eines einzelnen Panels kann die Leistung der gesamten Reihenschaltung drastisch reduzieren, wenn Panels in Reihe geschaltet sind.
Plane dein Layout sorgfältig. Lass mindestens ein paar Zentimeter Abstand um jedes Panel für die Luftzirkulation (Panels verlieren Effizienz, wenn sie sich erwärmen) und positioniere Panels dort, wo sie bei keinem Sonnenwinkel von höheren Dachaufbauten beschattet werden.
Gewölbte Dächer und flexible Panels
Sprinter, Ducatos und viele andere Vans haben gewölbte Dächer. Starre Panels benötigen Montageschienen oder Halterungen, um eben zu sitzen, was die lichte Innenhöhe verringert. Flexible (semiflexible) Panels passen sich der Wölbung an und fügen fast keine Höhe hinzu, was verlockend ist. Allerdings werden sie heißer, weil kein Luftspalt darunter ist, sie haben tendenziell kürzere Lebensdauern und kosten generell mehr pro Watt. Wenn du die Dachhöhe uebrig hast, sind starre Panels auf Montageschienen die bessere Langzeitinvestition.
Reihen- vs. Parallelschaltung bei Panels
Wie du deine Panels miteinander verdrahtest, beeinflusst die Leistung, besonders bei teilweiser Verschattung. Wir haben einen ausführlichen Artikel darüber, warum VoltPlan-Diagramme standardmäßig Reihenschaltung verwenden, aber hier die Kurzversion.
Reihenschaltung (Plus an Minus) erhöht die Spannung bei gleichbleibendem Strom. Das ist meistens die bessere Wahl für Van-Ausbauten, denn höhere Spannung bedeutet weniger Strom, und das bedeutet dünnere Kabel und weniger Leistungsverlust auf der Strecke vom Dach zum Laderegler. MPPT-Laderegler verarbeiten Reihen-Strings sehr effizient.
Parallelschaltung (Plus an Plus, Minus an Minus) hält die Spannung gleich bei steigendem Strom. Der Hauptvorteil ist die Schattentoleranz -- wenn ein Panel verschattet ist, produzieren die anderen weiter. Aber der höhere Strom erfordert dickere, teurere Kabel.
Für die meisten Van-Ausbauten mit 2-4 Panels des gleichen Typs ist Reihenschaltung der richtige Weg. Wenn du Panels hast, die zu unterschiedlichen Zeiten verschattet werden (wie bei einem Ost-West-Split-Setup), kann Parallelschaltung oder eine Mischung aus Reihen-Parallelschaltung sinnvoll sein. Schau dir die vollständige Anleitung zu Reihen- vs. Parallelschaltung für Verdrahtungsdiagramme an.
Beliebte Solarpanel-Konfigurationen
Budget-Setup (200-400 Watt)
- Am besten für: Wochenend-Camper, minimaler Strombedarf
- Typisches Setup: 2 x 100W oder 2 x 200W Panels
- Tägliche Erzeugung: 800-1.600 Wattstunden (gute Sonne)
- Kosten: 300-800 EUR
Mittelklasse-Setup (400-800 Watt)
- Am besten für: Vollzeit-Van-Life mit moderatem Bedarf
- Typisches Setup: 4 x 100W oder 2 x 400W Panels
- Tägliche Erzeugung: 1.600-3.200 Wattstunden (gute Sonne)
- Kosten: 800-1.600 EUR
Hochleistungs-Setup (800+ Watt)
- Am besten für: Stromhungrige Setups, schlechte Sonnenverhältnisse
- Typisches Setup: 6+ Panels oder Hocheffizienz-Panels
- Tägliche Erzeugung: 3.200+ Wattstunden (gute Sonne)
- Kosten: 1.600+ EUR
Solarpanel-Typen: Monokristallin vs Polykristallin
Monokristallin
- Höherer Wirkungsgrad (18-22%)
- Bessere Leistung bei schwachem Licht
- Teurer
- Schwarze Optik
Polykristallin
- Niedrigerer Wirkungsgrad (15-17%)
- Günstiger
- Blaue Optik
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei ausreichend Platz
Empfehlung: Wähle monokristallin für Van Life, da der Dachplatz begrenzt ist.
Laderegler-Auswahl: MPPT vs PWM
Der Laderegler sitzt zwischen deinen Panels und deinen Batterien und reguliert den Ladevorgang. Hier ist nicht der richtige Ort zum Sparen.
PWM (Pulsweitenmodulation)
PWM-Regler sind einfach und günstig (20-60 EUR). Sie funktionieren im Grunde als Schalter, der die Panels direkt mit den Batterien verbindet und pulsiert, um die Spannung zu regulieren. Das Problem ist, dass sie die Panels zwingen, auf Batteriespannung (etwa 12-14V) zu arbeiten, was einen erheblichen Teil der möglichen Panel-Leistung verschwendet. Ein 100W-Panel, das über einen PWM-Regler an eine 12V-Batterie angeschlossen ist, liefert in der Praxis vielleicht nur 70-75W.
PWM-Regler sind nur für sehr kleine Setups (unter 100W) sinnvoll, wo die Kostenersparnis den Effizienzverlust überwiegt.
MPPT (Maximum Power Point Tracking)
MPPT-Regler sind der Standard für jeden ernsthaften Solarausbau. Sie wandeln die höhere Panel-Spannung auf Batteriespannung herunter und maximieren dabei den Strom, wodurch sie 20-30% mehr Energie aus den gleichen Panels herausholen als PWM. Sie kosten mehr (100-400 EUR), aber sie amortisieren sich schnell durch bessere Energieausbeute.
Deinen MPPT-Regler dimensionieren
Bei der Auswahl eines MPPT-Reglers musst du drei Spezifikationen prüfen:
Maximale Eingangsspannung (Voc): Addiere die Leerlaufspannung (Voc) aller Panels in deiner Reihenschaltung. Diese muss unter der maximalen Eingangsspannung des Reglers bleiben, auch bei kaltem Wetter (die Spannung steigt, wenn Panels kalt werden). Füge eine 10-15% Sicherheitsmarge hinzu. Zum Beispiel ergeben zwei Panels mit je 22V Voc in Reihe 44V -- du willst einen Regler, der für mindestens 50V Eingang ausgelegt ist.
Maximaler Ladestrom: Das ist der Ausgangsstrom zu deinen Batterien. Ein 30A-Regler an einem 12V-System kann etwa 360W Solar verarbeiten (30A x 12V). Ein 50A-Regler schafft etwa 600W.
Maximale Panel-Leistung: Die meisten Regler geben eine maximale Solareingangsleistung an. Überschreite diese nicht.
Empfehlenswerte Regler
- Victron SmartSolar-Serie: Ausgezeichnete Verarbeitungsqualität, Bluetooth-Überwachung, weithin als Goldstandard angesehen. Der 100/30 verarbeitet bis zu 400W an 12V-Systemen.
- Renogy Rover-Serie: Gute Mittelklasse-Option, solide App-Unterstützung. Das 40A-Modell verarbeitet bis zu 520W bei 12V.
- EPEver Tracer-Serie: Preiswert, aber leistungsfähig. Der Tracer 4210AN (40A) ist beliebt für Ausbauten, bei denen die Kosten zählen. Weniger ausgefeilte Software als Victron.
Dimensioniere deinen Regler für deine aktuellen Panels plus Spielraum nach oben. Wenn du mit 200W startest, aber später vielleicht erweitern willst, hole dir jetzt einen 30A- oder 40A-Regler, statt in sechs Monaten ein 20A-Gerät auszutauschen.
Batteriebank-Dimensionierung
Deine Batteriebank sollte 2-3 Tage Stromverbrauch speichern:
- Tagesverbrauch: 1.000 Wattstunden
- Benötigte Batteriekapazität: 2.000-3.000 Wattstunden
- 12V Batterie Amperestunden: 167-250 Ah
Erwäge Lithium-Batterien (LiFePO4) für:
- Längere Lebensdauer (2.000+ Zyklen gegenüber 500 bei Blei-Säure)
- Tiefere Entlademöglichkeit
- Geringeres Gewicht
- Schnelleres Laden
Praxisbeispiele aus echten Ausbauten
Theorie ist nützlich, aber konkrete Konfigurationen zu sehen, die für echte Leute funktionieren, hilft mehr. Hier sind drei gängige Setups, die wir in der VoltPlan-Community sehen.
Der Wochenend-Camper
Einsatzzweck: Wochenendtrips, gelegentlich längere Urlaube. Steht unter der Woche mit Landstrom zuhause.
- Solar: 200W (2 x 100W starre Panels)
- Batterie: 100Ah LiFePO4
- Laderegler: 20A MPPT
- Tagesverbrauch: ~400Wh (Licht, Handy laden, kleiner Kühlschrank, Lüfter)
- Tagesproduktion (Sommer, Mitteleuropa): 800-1.000Wh
Dieses Setup deckt ein Wochenende problemlos ab. Die Batterie hält genug für einen ganzen Wolkentag, und das Solar kommt bei halbwegs gutem Wetter locker mit. Gesamtkosten Solarkomponenten: ungefähr 500-700 EUR.
Der Vollzeit-Van-Lifer
Einsatzzweck: Ganzjährig im Van leben, durch Europa reisen. Laptop zum Planen und zur Unterhaltung, Kompressor-Kühlschrank läuft 24/7, Dieselheizung im Winter.
- Solar: 400W (2 x 200W starre Panels)
- Batterie: 200Ah LiFePO4
- Laderegler: 30A MPPT (Victron 100/30 oder vergleichbar)
- Tagesverbrauch: ~800-1.000Wh (Laptop, Kühlschrank, Licht, Lüfter, Handy, Router, Dieselheizung)
- Tagesproduktion (Sommer, Mitteleuropa): 1.600-2.000Wh
Das ist der Sweet Spot für die meisten Vollzeit-Reisenden. Du hast im Sommer einen komfortablen Überschuss und kommst an den meisten Tagen in der Übergangszeit mit Solar allein klar. Im Winter musst du mit Fahren (DC-DC-Ladegerät) oder gelegentlichem Landstrom ergänzen. Gesamtkosten Solarkomponenten: ungefähr 1.000-1.500 EUR.
Der Remote-Worker-Van
Einsatzzweck: Vollzeit-Arbeit aus dem Van. Laptop läuft 8+ Stunden, externer Monitor, zuverlässiges Internet über mobilen Router, Kompressor-Kühlschrank, alle Annehmlichkeiten.
- Solar: 600W+ (3 x 200W starre Panels)
- Batterie: 300Ah+ LiFePO4
- Laderegler: 50A MPPT
- Tagesverbrauch: ~1.200-1.800Wh (Laptop 8h, Monitor, Router 24/7, Kühlschrank, Licht, Lüfter, Dieselheizung, Handy, Tablet)
- Tagesproduktion (Sommer, Mitteleuropa): 2.400-3.000Wh
Das ist ein ernsthaftes Setup. Die große Batteriebank bietet einen Puffer für bewölkte Tage, und das umfangreiche Solararray bedeutet, dass du im Sommer meistens autark bleiben kannst. Aber sei realistisch: Wenn du im Winter aus Nordeuropa arbeitest, reicht Solar allein nicht aus. Ein 30-40A DC-DC-Ladegerät mit regelmäßigem Fahren oder gelegentliche Campingplatz-Anschlüsse werden zum unverzichtbaren Teil des Plans. Gesamtkosten Solarkomponenten: ungefähr 2.000-3.000 EUR.
Wenn Solar allein nicht ausreicht
Solar ist fantastisch, aber es hat Grenzen. Diese Grenzen zu kennen, bewahrt dich davor, dein Dach zu überdimensionieren und Geld auszugeben, das besser für ergänzende Ladequellen investiert wäre.
DC-DC-Ladung über die Lichtmaschine
Ein DC-DC-Ladegerät nimmt Strom von der Lichtmaschine deines Fahrzeugs während der Fahrt und speist ihn mit der richtigen Spannung und dem richtigen Strom in deine Aufbaubatterien. Ein 30A DC-DC-Ladegerät liefert kontinuierlich etwa 360W, was bedeutet, dass selbst eine 2-stündige Fahrt über 700 Wattstunden in deine Batterien bringen kann. Für Winterreisen oder Regenphasen ist das oft die zuverlässigste Ladequelle, die du hast.
Landstrom
Wenn du Zugang zu einem Campingplatz oder einem Hafen mit Stromanschluss hast, kann ein Netzladegerät deine Batterien über Nacht vollständig aufladen. Viele Vollzeit-Reisende planen im Winter ein oder zwei Landstrom-Nächte pro Woche ein, um ihre Batterien gesund zu halten, ohne den Motor laufen lassen zu müssen.
Generator als Backup
Ein kleiner tragbarer Generator (1.000-2.000W) kann bei längeren Schlechtwetterphasen oder an abgelegenen Standorten ein Lebensretter sein. Sie sind laut und brauchen Kraftstoff, daher behandeln die meisten Leute sie als Notfall-Backup und nicht als primäre Ladequelle.
Der smarte Ansatz
Die widerstandsfähigsten Ausbauten kombinieren mehrere Ladequellen: Solar als Hauptquelle, DC-DC für Fahrtage und Landstrom oder einen Generator als Backup. Dimensioniere dein Solar für deinen durchschnittlichen Bedarf bei halbwegs gutem Wetter und lass die anderen Quellen die Lücken füllen. Dieser Ansatz ist fast immer günstiger und praktischer, als zu versuchen, jedes Szenario allein mit Solarpanels abzudecken.
Installationstipps
Panel-Montage
- Neigbare Halterungen erhöhen die Winterproduktion um 20-30%
- Festmontage ist einfacher und aerodynamischer
- Abstand zwischen Panels für Luftzirkulation lassen
Verkabelung
- MC4-Stecker für wetterfeste Verbindungen verwenden
- Kabel richtig dimensionieren, um Spannungsabfall zu minimieren
- Sicherungen/Schutzschalter installieren
Häufige Fehler vermeiden
- Stromverbrauch unterschätzen: Tracke den tatsächlichen Verbrauch eine Woche lang, bevor du dein Design finalisierst
- Nur für den Sommer dimensionieren: Plane für schlechtes Wetter, oder akzeptiere, dass du ergänzende Ladequellen brauchst
- Jahreszeitliche Schwankungen ignorieren: Die Winterproduktion in nördlichen Klimazonen kann auf 20-30% des Sommerniveaus fallen
- Billige Laderegler: Ein PWM-Regler an einem 400W-Array verschwendet mehr Geld durch verlorene Energie als der Preisunterschied zu MPPT
- Schlechte Batteriewartung: Pflege deine Batterien richtig für maximale Lebensdauer
- Verschattung vergessen: Ein verschattetes Panel in einer Reihenschaltung zieht die gesamte Reihe herunter
- Nicht für Erweiterung planen: Kaufe einen Laderegler, der mehr Panels verarbeiten kann, als du anfangs installierst
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