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Wohnmobil Elektrik5 min read

Wohnmobil Elektrik planen: Vollstaendiger Planungsleitfaden

Die Elektrik deines Wohnmobils zu planen muss nicht ueberwaetigend sein. Hier erfaehrst du Schritt fuer Schritt, wie du ein zuverlaessiges 12V-System fuer deinen Camper, dein Wohnmobil oder deinen Wohnwagen entwirfst - vom Strombedarf bis zum fertigen Schaltplan.

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Von Stefan Lange-Hegermann

Die Elektrik deines Wohnmobils zu planen ist einer der wichtigsten Teile jedes Camper-Ausbaus oder Upgrades. Machst du es richtig, hast du jahrelang zuverlaessigen Strom fuer deine Abenteuer. Machst du es falsch, erwarten dich frustrierende Ausfaelle, teure Reparaturen oder schlimmer - Sicherheitsrisiken.

Das lernst du hier: Wie du deinen tatsaechlichen Strombedarf berechnest, Batteriebank und Ladesystem richtig dimensionierst, deine Verteilung planst und einen vollstaendigen Wohnmobil-Schaltplan erstellst. Dazu die haeufigsten Fehler, die selbst erfahrene Bastler machen.

Der Planungsprozess fuer die Wohnmobil-Elektrik

Bevor du eine einzige Komponente kaufst, brauchst du einen Plan. Hier ist der Prozess, den professionelle Wohnmobil-Elektroplaner verwenden:

  1. Stromverbrauch berechnen - Was wirst du tatsaechlich betreiben?
  2. Batteriebank dimensionieren - Wie viel Speicher brauchst du?
  3. Ladequellen planen - Wie fuellst du den Strom wieder auf?
  4. Verteilung entwerfen - Wie kommt der Strom zu jedem Geraet?
  5. Schaltplan erstellen - Alles dokumentieren

Gehen wir jeden Schritt durch.

Schritt 1: Deinen Strombedarf berechnen

Der groesste Fehler bei der Wohnmobil-Elektroplanung ist die Unterschaetzung des Stromverbrauchs. So berechnest du deinen genau:

Typische Stromverbraucher im Wohnmobil

Dauerverbraucher:

  • 12V Kuehlschrank/Gefrierschrank: 30-60W, 8-12 Stunden taeglich = 240-720Wh
  • Gaswarner: 1-2W, 24 Stunden = 24-48Wh
  • Radio Standby/Uhr: 1-5W = 24-120Wh

Regelmaessige Verbraucher:

  • LED-Beleuchtung: 2-10W pro Leuchte, 4-6 Stunden = 24-180Wh gesamt
  • Wasserpumpe: 30-60W, 0,5-1 Stunde = 15-60Wh
  • Dachluefter: 15-40W, 4-8 Stunden = 60-320Wh
  • Handy-/Tablet-Laden: 10-20W, 2-4 Stunden = 20-80Wh
  • Laptop: 45-65W, 2-6 Stunden = 90-390Wh

Hochleistungsverbraucher (falls vorhanden):

  • Haushaltskuehlschrank: 100-400W, 8-12 Stunden = 800-4800Wh
  • Klimaanlage: 1000-2000W (erfordert grosse Batterie/Wechselrichter)
  • Mikrowelle: 1000-1500W (kurze Einsaetze)
  • Kaffeemaschine: 600-1200W (kurze Einsaetze)

Typischer Tagesverbrauch: 800-2000Wh bei moderater Nutzung, 2000-4000Wh bei leistungsintensiven Setups.

Schritt 2: Deine Batteriebank dimensionieren

Deine Batteriebank muss genug Strom fuer deinen Verbrauch plus Sicherheitsreserve speichern.

Die Formel zur Batteriedimensionierung

Tagesverbrauch x Autonomietage x Entladetiefenfaktor = Benoetigte Kapazitaet

Fuer 1500Wh Tagesverbrauch mit 2 Tagen Autonomie:

  • Blei-Saeure (50% DoD): 1500 x 2 / 0,5 = 6000Wh = 500Ah bei 12V
  • LiFePO4 (80% DoD): 1500 x 2 / 0,8 = 3750Wh = 312Ah bei 12V

Warum LiFePO4 fuer Wohnmobile Sinn macht

LiFePO4-Batterien sind zum Standard fuer ambitionierte Wohnmobil-Elektrosysteme geworden:

  • Nutzbare Kapazitaet: 80% gegenueber 50% bei Blei-Saeure
  • Gewicht: 60% leichter bei gleicher Kapazitaet
  • Lebensdauer: 2000-5000 Zyklen gegenueber 300-500 bei Blei-Saeure
  • Laden: Nimmt vollen Ladestrom bis fast zur Vollladung auf
  • Wartung: Null Wartung erforderlich

Die hoeheren Anschaffungskosten amortisieren sich durch Langlebigkeit und nutzbare Kapazitaet.

Schritt 3: Deine Ladequellen planen

Ein gut geplantes Wohnmobil-Elektrosystem hat mehrere Ladequellen:

Solarstrom

Solarpanels sind das Rueckgrat der autarken Wohnmobil-Stromversorgung:

  • Typisches Wohnmobil-Setup: 200-600W Panels
  • Taegliche Erzeugung: 4-6 Sonnenstunden x Leistung x 0,8 Effizienz
  • 400W-Anlage erzeugt etwa 1280-1920Wh bei guten Bedingungen

Lichtmaschinenladung

Laden waehrend der Fahrt mit DC-DC-Laderegler:

  • Typische Leistung: 20-60A (240-720W bei 12V)
  • 4 Stunden Fahrt koennen 960-2880Wh zu deinen Batterien beitragen
  • Unverzichtbar fuer Reisende, die viel unterwegs sind

Landstrom

Bei Anschluss an den Campingplatz-Strom:

  • Ladegeraet/Konverter: 30-100A je nach Setup
  • Kann Batterien ueber Nacht vollstaendig laden
  • Versorgt AC-Verbraucher auch direkt

Generator

Backup fuer laengere Schlechtwetterperioden oder Hochlastverbraucher:

  • 2000-3000W Generatoren decken die meisten Wohnmobil-Beduerfnisse ab
  • Laedt Batterien waehrend AC-Geraete laufen

Schritt 4: Dein Verteilungssystem entwerfen

Die Stromverteilung ist der Punkt, an dem die Wohnmobil-Elektroplanung ins Detail geht.

Grundlagen der Wohnmobil-Verteilung

Positive Verteilung:

  • Batterie-Hauptsicherung (typisch 200-400A fuer Lithium-Systeme)
  • Sammelschiene fuer positive Verbindungen
  • Einzeln abgesicherte Stromkreise fuer jeden Verbraucher

Negative Verteilung:

  • Negative Sammelschiene fuer alle Masseverbindungen
  • Einzelner Massepunkt zur Batterie oder zum Fahrzeugrahmen
  • Korrekte Dimensionierung der Masseleitung (gleicher Querschnitt wie positive Leitung)

Typische Wohnmobil-Stromkreise

StromkreisKabelquerschnittSicherung
LED-Beleuchtung1,0-1,5mm²5-10A
Wasserpumpe1,5-2,5mm²10-15A
Dachluefter1,5-2,5mm²10-15A
12V-Steckdosen2,5-4mm²15-20A
Kuehlschrank2,5-4mm²15-20A
Wechselrichter16-35mm²150-300A

Dimensioniere Kabel immer basierend auf korrekten Berechnungen um Spannungsabfall und Ueberhitzung zu vermeiden.

Schritt 5: Deinen Wohnmobil-Schaltplan erstellen

Ein guter Schaltplan dokumentiert dein gesamtes System und macht Fehlersuche moeglich.

Was dein Wohnmobil-Schaltplan enthalten sollte

  • Alle Komponenten mit Modellbezeichnungen
  • Kabelquerschnitte fuer jede Verbindung
  • Sicherungs-/Schalterwerte an jedem Schutzpunkt
  • Kabelfarben falls ein Farbcode verwendet wird
  • Anschlusspunkte klar markiert

VoltPlan fuer die Wohnmobil-Elektroplanung nutzen

VoltPlan wurde speziell fuer die Wohnmobil-Elektroplanung entwickelt:

  • Drag-and-Drop Komponenten - Fuege Batterien, Solar, Wechselrichter und Verbraucher hinzu
  • Automatische Kabeldimensionierung - Erhalte passende Querschnittempfehlungen
  • Vorgefertigte Vorlagen - Starte mit bewaehrten Wohnmobil-Konfigurationen
  • Schaltplan exportieren - Als PDF oder Bild fuer deine Unterlagen

Das Beste? Es ist kostenlos fuer den privaten Gebrauch.

Haeufige Fehler bei der Wohnmobil-Elektroplanung

Unterdimensionierte Batteriebank - Rechne immer 25-50% Puffer auf den berechneten Bedarf

Unzureichende Ladeleistung - Deine kombinierten Ladequellen sollten den Tagesverbrauch uebersteigen

Sicherungen vergessen - Jede positive Leitung braucht Schutz an der Quelle

Falscher Kabelquerschnitt - Verwende korrekte Dimensionierung fuer Strom UND Entfernung

Schlechte Masseverbindungen - Eine schlechte Masse verursacht mehr Probleme als schlechte positive Verbindungen

Keine Systemdokumentation - Dein zukuenftiges Ich wird deinem heutigen Ich fuer einen vollstaendigen Schaltplan danken

Naechste Schritte

Bereit, dein Wohnmobil-Elektrosystem zu planen? Hier geht es los:

  1. Berechne deinen tatsaechlichen Strombedarf (tracke den realen Verbrauch eine Woche, wenn moeglich)
  2. Entscheide dich fuer die Batteriechemie (LiFePO4 empfohlen fuer Neubauten)
  3. Plane deine Ladequellen basierend auf deiner Nutzungsart
  4. Oeffne VoltPlan und beginne mit der Erstellung deines Schaltplans

Starte mit unserer Wohnmobil-Elektrik-Vorlage - sie ist fuer typische Camper-Beduerfnisse konfiguriert und du kannst sie fuer dein spezifisches Setup anpassen.

Dein Wohnmobil-Elektrosystem ist das Fundament fuer komfortables autarkes Leben. Nimm dir die Zeit, es richtig zu planen, und du wirst zuverlaessigen Strom fuer tausende Kilometer Abenteuer geniessen.

Bereit, dein Elektrosystem zu planen?

Nutze VoltPlans kostenlosen Elektrosystem-Designer, um diese Konzepte in die Realität umzusetzen.

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